Bibliothek - Mediothek
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Hauptversammlung 2010

Artikel

 

 

An der Hauptversammlung der Bibliothek St. Margrethen wurde die langjährige Leiterin der Bibliothek, Angelika Müller, verabschiedet.

st. margrethen. Lucas Oberholzer eröffnete die gut besuchte Hauptversammlung mit launigen Worten und stellte die neuen Bibliothekarinnen, Noemi Rohner und Barbara Friedauer, kurz vor. Danach führte er speditiv durch die statutarischen Geschäfte. In seinem Jahresbericht griff er das Höhlengleichnis von Platon auf. «Sehen die Menschen nur geradeaus, sehen sie die dunkle Höhlenwand als Realität, hebt aber einer den Blick, gewahrt er das Licht, welches durch einen Spalt in die Höhle fällt. Um zu diesem Licht zu gelangen, braucht es Engel.

» Dieses Licht stelle die Bibliothek dar, die helfenden Engel seien selbstverständlich die Bibliothekarinnen.

Ihnen ebenso wie dem Vorstand dankte er für die grossartige Arbeit und rief die versammelten Gäste auf, sich von der Schattenwelt zu lösen und den Ort des Lichts aufzusuchen.

Neuerungen vorgestellt

Die Kassierin, Heidi Künzler, berichtete über die knappen Finanzen, verursacht durch den geplanten Kauf der neuen Bibliotheks-Software und den ungeplanten Kauf von neuen leistungsstärkeren Computern, nachdem die alten das neue Programm nur schlecht verkrafteten.

Mit dem neuen Programm werden die Kunden besser bedient. So kann bequem von zu Hause aus mittels Internet auf www.biblio-stm.ch der Online-Katalog der Bibliothek eingesehen werden, die Medien können sogar via E-Mail reserviert werden. Der Gemeinde und der Schule wurde für die unkomplizierte Finanzhilfe gedankt.

Literarischer Abschied

Anschliessend verabschiedete der Präsident und das Bibliotheksteam Angelika Müller mit literarischen Texten, in denen sich ihr vielfältiges Schaffen widerspiegelte. Im Roman «Und immer wieder Liebe» von Paola Calvetti wird von einer Buchhändlerin gesprochen, die selbst wenig bis nicht gelesene Bücher als wertvoll erachtet und keines entsorgen möchte. Im Gedicht «Kilotod» von Franz Hohler wird beklagt, wie ein Buch verramscht wird. In der Legende «Der Mondhund» von Juri Rytchëu wird der Mensch als Wesen charakterisiert, das sich nicht in ein anderes Wesen versetzen kann. Dies ist aber sehr wohl möglich, mit all den Geschichten, die in einem Buch zu finden sind. Mit einem irischen Gebet «Nimm dir Zeit» wird Angelika beschworen, dies wirklich zu tun, und zum Abschluss wurde mit Jorge Luis Borges und dem Buch «Die Bibliothek von Babel» über das Bibliothekswesen philosophiert.

Der Abend klang mit einem feinen Mahmee und fruchtigen Drink stimmungsvoll aus. (pd)

 

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