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Unter dem Motto «Erzähl mir die Welt» riefen das Schweizer Institut für Kinder- und Jugendmedien und Bibliomedia schweizweit zum Geschichtenerzählen auf. Ihr Ziel ist es, die Freude am Lesen und Erzählen wieder zu wecken und Kindern die Chance zu geben, im Rampenlicht zu stehen. Rolf Hanselmann, Präsident der Bibliothek St. Margrethen, war stolz auf die vielen Schüler, welche mit spannenden Erzählungen aus aller Welt das Publikum begeisterten. Auch ohne Harry Potter, Thema der letzten Erzählnacht, konnten die Kinder für die Literatur gewonnen werden.
Fantasie und Realität
Das Schulhaus Wiesenau war gleich mit zwei Klassen vertreten. Die Drittklässler nahmen die Zuhörer mit in ihre Traumwelten, die sie anhand selbst gemalter Bilder näher brachten. Von selbstbezogenen Wünschen bis hin zum Weltfrieden war alles zu finden und man liess sich gerne in seine eigenen Erinnerungen zurückversetzen. Eva Graf, die einige Lektionen in der Woche mit der sechsten Klasse gestaltet, zeigte mit ihren Schülern die harte Realität im Alltag in Namibia auf, wo sie selbst einige Zeit lebte. Zusammen verglichen sie mit Diafotos die beiden Länder und machten auf die gravierenden Unterschiede aufmerksam. Den Kindern war die Dankbarkeit und die Erkenntnis, dass nicht alles umsonst ist, aufs Gesicht geschrieben.
Dramatisches Schauspiel
Den älteren drei Schülerinnen Mila Kutlacic, Refike Abazi und Gewrie Aliti, der Legastheniegruppe von Esther Speck, wurde besonders applaudiert. Nach intensivem Training zogen sie durch ihre lebhaft gesprochenen Schilderungen und Zitate alle Anwesenden in den Bann ihrer Lieblingsbücher. Sie spielten mit dem Publikum und liessen es selbst mitreden. Die Themen von Liebe, Abenteuer und Alltagsschmerz wurden von allen Jugendlichen hinterfragt und zeigten auf, dass das Leben selbst in Büchern nicht nur gute Seiten hat.
Erstmals übernahmen der Bundesrat und das Hilfswerk die Patenschaft für die Erzählnacht. Wahrscheinlich darum, weil das Lesen ein Grundstein für die Bildung ist. Auch Ruth Raschle aus St. Gallen leistete ihren Beitrag mit dem Volksmärchen von der Zarin Frosch. Sie wollte die innere Reise und die eigene Interpretation der Fantasiewelt fördern. Mit dem beschwerlichen Lebensweg des Helden und dem Endsieg des Guten können sich vor allem Kinder identifizieren. |