Bibliothek - Mediothek
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Rheintaler vom 17.11.2008

ST.MARGRETHEN. Gibt es einen Regenbogen ohne ein Gewitter vorher? Wird Prinzessin Ardita endlich heiraten? Warum sucht ein Surfer unentwegt die vollkommene Welle? Diesen Fragen sind Künstler und Publikum an der Erzählnacht auf den Grund gegangen.

 Wie viele Wörter und Steine bringen einen Krug zum Überlaufen? Bibliotheks- Präsident Lucas Oberholzer eröffnet die Erzählnacht mit einer Überschwemmung im Wasserglas. Filastrocche sind italienische Kinderreime. Der Tessiner Schauspieler Noce Noseda lässt in diesen Versen das Wasser verspielt als Quelle, Bach, Fluss, See, Meer auftreten, als Regen, Tau, Nebel und Schnee vom Himmel fallen. Mit den beliebten Autoren Roberto Piumini und Gianni Rodari philosophiert er über den Regenbogen, den bunten Spiegel aus tausendfachen Regentropfen und fragt, ob nicht das Sinnbild des Friedens auch ohne Gewitter vorher entstehen könnte, wie ein Zusammenleben der Menschen ohne Krieg.

Wird Prinzessin Ardita heiraten?

Ein albanisches Märchen, in der Muttersprache gelesen von Sadije Sadriu und auf Deutsch erzählt von Angelika Müller, berichtet von einer Prinzessin, die nur jenen Mann heiraten will, der ihr zuliebe eine schwierige Aufgabe löst. Einem jungen Mann mit Namen Agim gelingt es, mit der Hilfe von Fisch, Adler und Fuchs das Herz der Prinzessin zu erobern.

Auf der Suche nach der Welle

Thomas Albrecht führt ein staunendes Publikum in die waghalsige Kunst des Wellenreitens ein. In einem Vortrag mit Bildern erklärt er, wie er in diesem Wasser-Extremsport einen beruflichen Ausgleich findet. Er macht begreifbar, welche Kraft es braucht und welchen Einklang mit dem Element Wasser, um nur auf einem Surfbrett stehen zu können. Und dass einen Surfer der Gedanke an die vollkommene Welle nie ganz loslässt.

Wettbewerb und Preise

Für Kinder und Jugendliche, die über ihren Lesepass an der Verlosung mitmachen, beginnt mit dem Ernennen der Glücksfeen ein erwartungsvoller Teil des Abends. Primarlehrer Samuel Kunz leitet das Zeremoniell um die Sieger und Gewinnerinnen der Lese-Aktion. Drei Hauptpreise werden pro Schulhaus verlost. Die Spannung ist mit den Händen zu spüren. Die Trostpreise und die heissen Marroni helfen darüber hinweg, dass nicht alle gewinnen können. Zeilos, fünf junge Musiker, füllen die Zwischenräume der einzelnen Geschichten. Mit Akkordeon, Bass, Gitarre, Schlagzeug und Klarinette erzeugen sie wehmütige bis feurige Klänge, die im Publikum begeisterten Widerhall finden, auch zum Mittanzen. (pd)